Kommunikation 2009
Wohin führt die Entwicklung der Kommunikation? Internet, Handy, mobile communikation, Social network, und neue Trends wie "Twitter". Fünf Trends werden laut Cloos + Partner 2009 das PR-Geschehen bestimmen. Cloos + Partner ist in Österreich in Wien und Graz tätig.
1. Die symmetrische Zweiwegkommunikation nimmt zu: PR im Web 2.0 ist
kein neues Paradigma. Es handelt sich lediglich um eine Annäherung an
die ideale Form von PR, wie sie Grunig/Hunt definiert haben: Die
Bidirektionale symmetrische Kommunikation. Wer glaubt, dass die
Bedeutung der Möglichkeiten, die das Web bietet, nicht genutzt würden,
liegt eindeutig falsch. Studien beweisen, dass bei jungen Menschen das
Web als Informationsmedium die klassischen Medien schon längst überholt
hat. Es bedarf keiner weiteren Studien, um zu belegen, dass dieselben
sich nicht nur im Web informieren, sondern es aktiv mitgestalten. Sie
konsumieren nicht nur Nachrichten, sie machen Nachrichten. Daraus
ergeben sich ganz neue Anforderungen an PR-Angenturen.
2. Die Profis setzen sich durch: Es wird viel geschrieben im Web. Das
meiste davon ist Mist. Das wenige, das sich als brauchbar erweist, ist
in der Regel von professionellen Schreibern verfasst. Gleiches gilt bei
Podcasts. Der zunehmende Trend zu audio-visuellen Darstellungsformen im
Web ist offensichtlich. Auch hier nimmt bei zunehmender Quantität die
Qualität ab. Daraus ergeben sich neue Chancen für Profis und Agenturen.
Gute Schreiber und gute Gestalter, die substanzielle Beiträge im Sinne
der User liefern, die echten Mehrwert produzieren, sind gefragt. Die
Bedeutung von Inhalten nimmt wieder zu. Die Form tritt zurück in die
zweite Reihe. Übrigens gilt alles für Web-PR gesagte auch weiterhin
uneingeschränkt für die klassische Pressearbeit.
3. Die Distribution von Nachrichten wird günstiger: Aus 1. ergibt sich,
dass die Verbreitung von Nachrichten direkter, schneller und
kostengünstiger erfolgt. Die Bedeutung von Nachrichtenagenturen, und
klassischen Medien, die gegen Bezahlung Nachrichten verbreiten, wird
abnehmen. Die Distributionskosten werden sinken. Kostenlose
Presseportale erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch auch hier
gilt: Nur Qualität setzt sich durch (siehe 2.)
4. Die Planung wird wichtiger als die Kommunikation: Allzu oft werden
PR gleichgestellt mit Kommunikation. PR sind aber mehr als
Kommunikation. Kommunikation ist Handwerk. Gutes Handwerk (siehe 2.)
ist wichtig. Viel wichtiger jedoch ist eine ordentliche Planung im
Vorfeld. Kommunikation ist nur die Spitze des PR-Eisbergs. Der
bedeutendere Teil befindet sich unsichtbar unter der Wasseroberfläche.
Hier geht es weniger um das Wie. Hier geht es um das Was, das
Definieren von Zielen und um das (Er-)Finden von Strategien und von
Themen, die helfen, diese Ziele zu erreichen. Gerade diesen
„Unter-Wasser-Bereich“ versuchen Unternehmen immer noch ausschließlich
mit eigenen Ressourcen abzudecken. Allerdings: Mehr Köpfe –
insbesondere solche, die eine objektivere Außensicht einbringen –führen
in der Regel zu einem besseren Ergebnis.
5. Die Evaluation gewinnt an Bedeutung: Einer der wichtigsten Posten im
PR-Budget ist jener, der als erstes dem Rotstift zum Opfer fällt: Die
Evaluation. In der Praxis sollten die Evaluationskosten etwa 10-15% des
Budgets ausmachen. Oft wird vergessen, dass die Evaluation ein
wichtiges Planungswerkzeug ist. Ergebnisse aus voraus gehenden Arbeiten
bilden die wertvollste Planungsgrundlage. Viel schlimmer noch: Ein
Großteil der Unternehmen evaluiert PR überhaupt nicht. Die Folgen: Ohne
Zielvorgaben und deren Kontrolle werden Agenturen auch weiterhin
lediglich Leistungsnachweise erbringen. Den Nachweis der Effektivität
werden sie schuldig bleiben. Auftraggeber werden sich deshalb –
besonders in Krisenzeiten - vermehrt an Agenturen wenden, die
erfolgsorientiert arbeiten und abrechnen.
Auf in ein neues gutes Jahr der Kommunikation und Distribution (= eine Voraussetzung der Kommunikation)).